Für Eltern

Ihr Kind möchte in Frankreich studieren: ein Elternratgeber

Ehrliche Antworten auf die Fragen, die Eltern wirklich stellen - was es kostet, ob es sicher ist, Krankenversicherung, Wohnen und Bürgschaft aus dem Ausland, das Visum und wie Sie ein erwachsenes Kind weit weg von zu Hause unterstützen. Mit Quellen, kostenlos, keine Agentur.

Aktualisiert 2026-06-20

Wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter in Frankreich studieren möchte, sind Sie wahrscheinlich derjenige, der das Budget, die Sicherheit und den Papierkram abwägt - oft aus einem anderen Land. Dieser Ratgeber beantwortet die echten Fragen von Eltern mit offiziellen Quellen, nicht mit Verkaufsgesprächen. Frankreich hat ein großes, überwiegend öffentliches Hochschulsystem mit starkem Schutz für Studierende, doch die praktische Organisation (Visum, Wohnungsbürge, Krankenversicherung, Geld) hat ein paar Frankreich-spezifische Regeln, die man kennen sollte, bevor man sich festlegt.

Ist Frankreich ein sicherer, gut organisierter Studienort?

Frankreich beherbergt über 400.000 internationale Studierende und betreibt ein strukturiertes Willkommenssystem: Campus France (die offizielle Agentur, die in rund 140 Ländern vertreten ist), die International Offices der Universitäten und das CROUS (die staatliche Stelle für Studierendenwohnheime, Verpflegung und Unterstützung). Öffentliche Universitäten und die grandes écoles sind staatlich reguliert, und ein eingeschriebener Studierender erhält subventionierte Gesundheitsversorgung, Wohnhilfe und einen geschützten Studierendenstatus. In der Praxis ist Ihr Kind nicht auf sich allein gestellt: Es gibt ein institutionelles Sicherheitsnetz, und fast hinter jedem Verfahren steht eine offizielle Seite auf .gouv.fr oder campusfrance.org.

Campus France - offizielle Website ↗

Was es Sie wirklich kosten wird, pro Jahr

Zwei Posten: Studiengebühren und Lebenshaltung.

  • Studiengebühren: Öffentliche Universitäten sind stark subventioniert. Nicht-EU-Studierende zahlen möglicherweise differenzierte Gebühren von rund 2,770 EUR für eine Licence und 3,770 EUR für einen Master, aber viele Universitäten erlassen oder reduzieren sie. Private Hochschulen und grandes écoles verlangen deutlich mehr (oft 7,000 bis 20,000 EUR pro Jahr).
  • Lebenshaltung: Rechnen Sie mit etwa 800 bis 1,000 EUR pro Monat (mehr in Paris) für Miete, Verpflegung, Transport und Telefon. Hinzu kommt der CVEC, ein verpflichtender Beitrag zum Studierendenleben von 105 EUR für 2026-2027, sowie die Krankenversicherung (siehe unten).

Eine Änderung, die Sie einplanen sollten: Ab dem 1 July 2026 verlieren Nicht-EU-Studierende ohne Stipendium den Zugang zur APL (dem Wohngeld), verlassen Sie sich also nicht darauf. Bestätigen Sie die aktuellen Zahlen immer auf den offiziellen Seiten, bevor Sie planen.

Campus France - Studiengebühren ↗

Krankenversicherung bedeutet Sicherheit

Das ist meist die größte Sorge der Eltern, und die Nachricht ist beruhigend. Die meisten internationalen Studierenden melden sich kostenlos bei der französischen Sécurité sociale étudiante an, die einen großen Teil der medizinischen Kosten erstattet. Die Anmeldung erfolgt online nach der Ankunft über das spezielle Studierenden-Gesundheitsportal. Eine Zusatzversicherung (mutuelle) ist optional und günstig, wenn Sie einen umfassenderen Schutz wünschen. Ihr Kind hat von Anfang an einen echten Krankenversicherungsschutz, keine private Rechnung.

Ameli - Krankenversicherung für internationale Studierende ↗

Wo wird mein Kind wohnen, und kann ich der Bürge sein?

Wohnmöglichkeiten: CROUS-Studierendenwohnheime (am günstigsten, frühzeitig bewerben), private Studios oder Wohngemeinschaften. Französische Vermieter verlangen meist einen Bürgen, und ein im Ausland lebender Elternteil wird oft abgelehnt. Die Lösung, die viele Familien nicht kennen, ist Visale: ein kostenloser, staatlich abgesicherter Bürge (Action Logement), der Studierenden offensteht und den Vermieter anstelle eines Familienbürgen akzeptieren. Damit fällt das größte Wohnhindernis für eine Familie außerhalb Frankreichs weg. Planen Sie ein bis zwei Monatsmieten als Kaution ein.

Visale - kostenloser staatlich abgesicherter Bürge ↗

Das Visum und Ihre Rolle: der Nachweis der Mittel

Die meisten Nicht-EU-Studierenden benötigen ein Langzeit-Studierendenvisum (VLS-TS), das über das Verfahren Études en France beantragt wird. Der Teil, der Sie direkt betrifft, ist der Nachweis ausreichender Mittel, im Allgemeinen etwa 615 EUR pro Monat für den Aufenthalt. Dieser Nachweis kann ein Kontoauszug, ein Stipendium oder ein Bürge (oft der Elternteil) mit einem Schreiben über die finanzielle Unterstützung und Bankunterlagen sein. In der Praxis legen viele Eltern einfach eine Bankbescheinigung und ein Unterstützungsschreiben vor. Ihr Kind eröffnet nach der Ankunft ein französisches Bankkonto, das Sie dann per Auslandsüberweisung aufladen können.

Campus France - Verfahren Études en France ↗

Ein erwachsenes Kind aus der Ferne unterstützen

Eines überrascht viele Eltern: Nach der Einschreibung wird Ihr Kind als eigenständiger Erwachsener behandelt. Die Universitäten werden in der Regel weder Noten noch Anwesenheit mit Ihnen teilen ohne die Zustimmung des Studierenden. Das ist gängige französische Praxis, keine Abfuhr. Was Sie tun können: ein monatliches Budget vereinbaren, eine einfache Möglichkeit zum Geldtransfer einrichten, die wichtigsten Dokumente (Reisepass, Visum, Versicherung) gesichert aufbewahren und sich regelmäßig melden. Wenn es schwierig wird, durch eine falsche Studienwahl oder Heimweh, hat Frankreich strukturierte Wege, die Richtung zu ändern (réorientation, Aufnahme auf Bewerbung) statt eines Abbruchs. Sie sind aus dem Ausland nicht machtlos; Sie sind Partner in einem System, das für die meisten Situationen einen Weg bereithält.

Service-Public - Hochschulbildung, Studierendenrechte ↗

Fragen der Eltern

Kann ich aus dem Ausland Bürge meines Kindes sein?

Vermieter lehnen einen außerhalb Frankreichs lebenden Bürgen oft ab. Die einfachste Lösung ist Visale, ein kostenloser, staatlich abgesicherter Bürge für Studierende, den Vermieter anstelle eines Familienbürgen akzeptieren, sodass Sie sich nicht selbst als in Frankreich ansässiger Bürge qualifizieren müssen.

Wird mir die Hochschule mitteilen, wie es meinem Kind geht?

In der Regel nein. Ein eingeschriebener Studierender ist rechtlich volljährig, und die Einrichtungen geben ohne die ausdrückliche Zustimmung des Studierenden keine Noten, Anwesenheits- oder Gesundheitsinformationen an die Eltern weiter. Vereinbaren Sie direkt mit Ihrem Kind, wie es Sie auf dem Laufenden hält.

Wie viel Geld sollte ich pro Monat einplanen?

Rechnen Sie mit etwa 800 bis 1,000 EUR pro Monat für die Lebenshaltung (mehr in Paris), plus einmalige Kosten wie den CVEC (105 EUR) und eine Mietkaution. Die Studiengebühren sind separat und variieren stark zwischen öffentlichen Universitäten und privaten Hochschulen. Bestätigen Sie die aktuellen Zahlen auf den offiziellen Seiten.

Ist die Gesundheitsversorgung für mein Kind wirklich erschwinglich?

Ja. Die meisten internationalen Studierenden melden sich kostenlos bei der französischen studentischen Sécurité sociale an, die einen großen Teil der medizinischen Kosten erstattet. Eine ergänzende mutuelle ist optional und günstig. Ihr Kind ist medizinisch abgesichert und sieht sich keinen privaten Rechnungen gegenüber.

Welchen Mittelnachweis muss ich für das Visum erbringen?

Das Studierendenvisum erfordert in der Regel einen Nachweis von etwa 615 EUR pro Monat für den Aufenthalt: einen Kontoauszug, ein Stipendium oder einen Bürgen (oft den Elternteil) mit einem Unterstützungsschreiben und Bankunterlagen. Prüfen Sie die genaue Anforderung für Ihr Land auf den Seiten von Études en France / Campus France.

Kann ich mein Kind in Frankreich besuchen?

Ja. Je nach Ihrer Staatsangehörigkeit können Sie für Kurzaufenthalte visumfrei reisen oder benötigen ein Schengen-Visum für Kurzaufenthalte. Das ist unabhängig vom Studierendenvisum Ihres Kindes. Prüfen Sie die Anforderung Ihres Landes vor der Buchung.

Was, wenn mein Kind Schwierigkeiten hat oder den falschen Studiengang wählt?

Frankreich bietet strukturierte Wege zur Richtungsänderung (réorientation, paralleler Zugang, Aufnahme auf Bewerbung) statt eines einfachen Abbruchs. In unserem Ratgeber zum Wechsel der Hochschule finden Sie die praktischen Schritte.

Quellen

  1. Campus France - offizielle Websiteoffiziell · 2026-06-20
  2. Campus France - Studiengebührenoffiziell · 2026-06-20
  3. Campus France - Verfahren Études en Franceoffiziell · 2026-06-20
  4. CVEC - offizielles Portal (2026-2027: 105 EUR)offiziell · 2026-06-20
  5. Ameli - Krankenversicherung für Studierende (international)offiziell · 2026-06-20
  6. Visale - kostenloser staatlich abgesicherter Bürgeoffiziell · 2026-06-20
  7. CROUS - Studierendenwohnenoffiziell · 2026-06-20
  8. Service-Public - Hochschulbildung, Studierendenrechteoffiziell · 2026-06-20

Als Elternteil unsicher, wo Sie anfangen sollen?

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